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Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

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Agenda 2030 | © DarkmoonArt_de (CC0), Pixabay

“Die Agenda für nachhaltige Entwicklung – Agenda 2030”

Die Agenda 2030 ist der Ausdruck der Überzeugung der internationalen Staatengemeinschaft, die aktuell vorliegenden globalen Herausforderung gemeinsam anzugehen und zu lösen. Mit der Agenda wurde der Grundstein gelegt, den wirtschaftlichen Fortschritt der Welt im Rahmen der ökologischen Möglichkeiten der Erde in Einklang zu bringen und dabei die soziale Gerechtigkeit zu berücksichtigen.

Im September des Jahres 2015 wurde die Agenda 2030 einheitlichen von den Mitgliedern der Vereinten Nationen auf ihrem Gipfeltreffen verabschiedet. An der Agenda war die Zivilgesellschaft der ganzen Welt maßgeblich beteiligt. In der jüngeren Geschichte stellt dies einen Meilenstein für die Arbeit der Vereinten Nationen dar.

Gültig ist die Agenda 2030 für alle Staaten auf dem Planeten, also sowohl für Schwellenlänger, Industrieländer und Entwicklungsstaaten. Von allen Staaten wird erwartet, dass diese ihren Verpflichtungen aus der Agenda nachkommen. Der Grundstock der Agenda besteht aus einem Zielkatalog mit 17 Punkten, der sehr ehrgeizig ist. Im Fokus steht hier die nachhaltige Entwicklung. Die 17 Punkte beziehen sich zum ersten Mal auf die gesamten Dimensionen der Nachhaltigkeit, auf die Umwelt, die Wirtschaft und das soziale Zusammenleben. Die festgelegten ziele sind nicht teilbar und bedingen sich gegenseitig. Die Handlungen, die für die Ziele nötig sind, ergeben sich aus den Prinzipien von fünf Kernpunkten, diese sind Frieden, Partnerschaft, Wohlstand, Planet und Mensch.

Neues Verständnis für Entwicklung und Wohlstand

Mit der Agenda 2030 kommt ein neues, weltweites Wohlverständnis zu Tage, dass mehr als das bloße Einkommen pro Kopf berücksichtigt. Hier sollten ganze Volkswirtschaften sich zu Gunsten der Nachhaltigkeit entwickeln, zum Beispiel durch den verantwortungsvollen Umgang mit Produktions- und Konsummustern und erschwinglicher und sauberer Energie. Die Bekämpfung von Armut, die nachhaltige Entwicklung und die Klimapolitik sind eng miteinander verbunden.

Die Agenda steht in Verbindung mit dem im Dezember 2015 in Paris geschlossenem Klimaabkommen. Dadurch besteht die Chance, weltweit den Sprung zu einem emissionsarmen und nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensstil zu schaffen, sodass auch unsere Enkel noch etwas von der Welt und ihren Ressourcen haben werden. Eine ausdrückliche Forderung der Agenda ist es, den Fokus auf die Verwundbarsten und Schwächsten zu legen und keinen Menschen zurückzulassen. Allerdings funktioniert der Plan nur, wenn auch die praktische Umsetzung gelingt. Und dafür braucht es die enge Zusammenarbeit der weltweiten Partnerschaften. Daher müssen alle Länder über ihre Fortschritte und Unternehmungen im Bezug auf die Umsetzung der Agenda sowohl national als auch vor dem Forum für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, berichten.

Die deutsche Politik orientiert sich eng an den Kernbotschaften der Agenda 2030. Gemeinsam mit den verbündeten Partnern erfolgt die Umsetzung, zu der jeder Staat das, was er kann, beiträgt. Die Bundesrepublik übernimmt durch ihr großes Engagement in der Entwicklungspolitik eine große Verantwortung für die Entwicklung der globalen Nachhaltigkeit.

Die erste Kernbotschaft, Mensch, meint, dass die Welt auch ohne Hunger und Armut funktionieren würde. Aktuell gibt es circa zwei Milliarden Menschen, die nicht in der Lage sind ein Leben in Würde zu führen, da sie Hunger leiden oder sie sich nur sehr einseitig ernähren können. Daher übernimmt das BMZ einen großen Beitrag, um Hunger und Armut in all seinen Ausprägungen auf der Welt zu beseitigen. Es soll allen Menschen möglich sein, ihr individuelles Potential auszuschöpfen und sich gemäß ihren Neigungen und Fähigkeiten zu entfalten. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf Chancengleichheit, die Verbesserung der Lebensumstände und den Menschenrechten.

Der Punkt Planet bezieht sich darauf, die natürlichen Lebensgrundlagen auf dem Planeten zu schützen und den Klimawandel zu begrenzen. Die Zukunft aller Länder und die bisherigen Erfolge der menschlichen Entwicklung werden durch den Klimawandel bedroht. Durch die Agenda 2030 besteht die Verpflichtung, die Erde zu schützen und sie auch für zukünftige Generationen lebenswert zu halten. Darunter zählen der Erhalt und Schutz von Biodiversität und Ökosystemen, der Kampf gegen den Klimawandel und die nachhaltige Behandlung von Ozeanen und Meeren. Eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen der Erde steht im Vordergrund. Ein Beispiel hierfür ist die sogenannte Permakultur, die auch als dauerhafte Landwirtschaft bezeichnet wird. Die Permakultur bezeichnet ein Konzept der ökologische Landwirtschaft, dass sehr nachhaltig ist und sich darauf fokussiert, die natürlich gegebenen Kreisläufe und ökologischen Beziehungen in der Natur zu beobachten und dann zu reproduzieren. Die Permakultur ist ein Paradebeispiel für ökologische Landwirtschaft, die maßgeblich dabei hilft, die Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Der Punkt Wohlstand meint, dass jeder Mensch auf der Welt die Chance haben soll, am technischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt beteiligt zu werden. Denn die Wirtschaft sorgt für Wohlstand und Weiterentwicklungen. Die Kluft zwischen Reich und Arm darf sich nicht noch weiter ausprägen. Jeder Mensch soll an einem nachhaltigen Wachstum der Wirtschaft beteiligt werden.

Die Wahrung der Menschenrechte und eine menschenwürdige Regierung sind unter den Punkt des Friedens gefasst. Jeder Mensch möchte ohne Gewalt und ständige Angst in Frieden leben können. Dazu braucht es Gesellschaften, die inklusive, sicher und friedlich gestaltet sind. Die Menschenrechte aller Menschen in aller Welt, egal ob Kinder oder Erwachsene stehen hier im Mittelpunkt. Dafür müssen gute Regierungsführungen und die involvierten Institutionen gestärkt werden.

Der Punkt der globalen Partnerschaften umfasst die Zusammenarbeit der einzelnen Staaten. Die Agenda 2030 kann nur dann erfolgreich sein, wenn alle ihren Beitrag dazu leisten. Hier steht der Geist einer neuen Art der Zusammenarbeit auf internationaler Ebene im Vordergrund.