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Bäume als O² Produzent – Darum ist der Atem der Bäume so wichtig

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Bäume als O² Produzent | © pb45 (CC0), Pixabay

Bäume sind die Lunge der Erde – in diesem Satz steckt mehr Wahrheit, als man zunächst vielleicht glauben würde. Zwar lernen wir alle bereits als Kinder, dass Bäume für unsere Atemluft sorgen und aus diesem Grundjeder einzelne wichtig ist. Welche Rolle die grünen Riesen jedoch wirklich für unser Klima und unsere gesamte Umwelt spielen, ist den meisten nicht bewusst. Zwar haben nahezu alle bereits den Begriff Photosynthese gehört, doch wie genau funktioniert diese und warum ist vor allem in Großstadtnähe ein Wald ein besonders großer Vorteil? Das alles und noch vieles mehr rund um das Thema Bäume als O² Produzent erfahren Sie hier.

 

Warum wir unbedingt mehr Grün in unser Leben lassen sollten

Viele Menschen lieben Pflanzen und schmücken gerne ihre Wohnräume damit. Das hat nicht nur optische Gründe, denn Benjamini und Orchidee sorgen dafür, dass wir sauerstoffangereicherte Luft zum Atmen haben und das Raumklima verbessert wird. Auf diese Weise kann die sprichwörtlich dicke Luft, die oft in geschlossenen Räumen entsteht, in denen sich sehr viele Menschen aufhalten im Handumdrehen wieder frisches O²umgewandelt werden. Das vom Menschen ausgeatmete Kohlendioxid lagert sich somit nicht mehr in der Raumluft ab, wodurch mehr Sauerstoff in das Gehirn gelangt und wir weniger schnell müde werden bzw. unser Konzentrationslevel hochhalten können.
Aber nicht nur in unseren Wohnräumen sind Pflanzen wichtig, vor allem bei der Stadtplanung spielen Bäume bzw. ganze Wälder eine immer größer werdende Rolle. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, warum selbst auf noch so kleinen Grünflächen Bäume gepflanzt werden und man sich nicht einfach für kleine schöne Blumenbeete entscheidet? Das hat einen guten Grund, denn Bäume sorgen in der Stadt dafür, dass das von den Autos ausgestoßene Kohlendioxid in saubere Luft umgewandelt wird. Das ist jedoch noch lange nicht der einzige Vorteil, von Laubbäumen in der Stadt bieten.

Ein großer ausgewachsener Laubbaum hat die Fähigkeit an einem heißen Tag tatsächlich bis zu 400 l Wasser verdunsten zu lassen und somit die gesamte Umgebung abzukühlen. Auf diese Weise haben fungieren Bäume als eine große natürliche Klimaanlage und das nicht nur aufgrund der Tatsache, dass sie sehr viel Schatten spenden.

 

Ein kleiner chemischer Prozess, der uns alle mit O² versorgt

Doch wie schaffen es einzelne Bäume, Sauerstoff zu erzeugen und somit eine unverzichtbare Rolle für unsere Umwelt zu spielen? Sie können sich eine Pflanze als eine Art große Fabrik vorstellen, in der zahlreiche chemische Prozesse gleichzeitig stattfinden und einer der wichtigsten nennt sich Photosynthese.

Zunächst nimmt die Pflanze Wasser mithilfe ihrer Wurzeln aus dem Boden auf und somit auch die darin enthaltenen gelösten Mineralstoffe. Dieses aufgenommene Wasser wird nun über das Sprosssystem des Baumes in jeden einzelnen Zweig und in alle Blätter transportiert.

Die Blätter haben hier eine ganz besondere Funktion, denn in ihrer Gesamtheit stellen sie eine sehr große Verdunstungsoberfläche dar und die Pflanze muss immer weiter Wasser über die Wurzeln aufnehmen, um den Bedarf an Flüssigkeit decken zu können.
Die Wasserverdunstung passiert hauptsächlich durch kleine Spaltöffnungen, die sich an den Unterseiten der Blätter befinden. So kann die Feuchtigkeit entweichen und irgendwann wieder als Niederschlag auf die Erde fallen, wodurch der Kreislauf von neuem beginnt.
Mithilfe dieser Spaltöffnungen findet jedoch zusätzlich ein Gasaustausch zwischen Grünpflanze und Atmosphäre statt, denn der Baum nimmt, dass sich in der Atmosphäre befindliche Kohlendioxid auf und verwandelt es in Zucker. Für diesen Prozess benötigt er Lichtenergie, die Pflanzen dank der Sonne gewinnen und das sich in den Blättern befindliche Chlorophyll, das diese grün färbt.

Die Pflanze verwandelt das Kohlendioxid in Zucker, da die diesen als Energielieferant benötigt. Nur wenn ausreichend Zucker zur Verfügung steht, können weitere Wachstums-und Stoffwechselprozesse ablaufen. Dieser Prozess, in dem Kohlendioxid zu Zucker umgewandelt wird, wird als Photosynthese bezeichnet und es handelt sich hierbei um einen sehr komplexen chemischen Vorgang.

Der von uns Menschen so dringend benötigte Sauerstoff, ist tatsächlich nur ein Abfallprodukt dieser Photosynthese. Haben die Pflanzen Kohlendioxid in Zucker umgewandelt, so bleibt bei dieser chemischen Reaktion Sauerstoff übrig und dieser wird automatisch an die Umgebungsluft abgegeben. Zwar benötigt auch die Pflanze selbst eine geringe Menge an Sauerstoff, im Verhältnis dazu produziert sie jedoch um einiges mehr.
Auch die Wurzelzellen selbst werden dabei mit Sauerstoff versorgt und geben im Gegensatz dazu Kohlendioxid frei, wobei es sich hierbei um einen Vorgang handelt, der Teil der sogenannten Bodenatmung ist.

 

Der Jahreskreislauf der Bäume

Wie wir alle wissen, verändern nahezu alle Bäume im Laufe des Jahres ihr Aussehen und somit verändert sich auch ihre Funktion. Erwacht ein Laubbaum im Frühjahr aus dem Winterschlaf, so bilden sich zunächst an den Ästen neue junge Blätter und der Stoffwechselprozess des Baumes wird so richtig in Schwung gebracht. Auf diese Weise wird saubere frische Luft produziert und eine zum Beispiel 150 Jahre alte Buche schafft es auf bis zu 800.000 Blätter, mit deren Hilfe 24 Kilogramm CO2 aus der Luft gefiltert werden. Das ist die gleiche Menge, die Sie als Fahrer eines Kleinwagens bei einer ca. 150 km langen Fahrt produzieren.

Aber nicht nur das, der Laubbaum sorgt zudem dafür, dass sämtliche Schadstoffe aus der Luft gefiltert werden. Dazu zählen unter anderem Bakterien, Pilzsporen und natürlich auch Feinstaub, der für immer mehr Menschen eine echte Gefahr darstellt und die Anzahl an gefährlichen Lungenerkrankungen in den nächsten Jahren noch stark in die Höhe treiben wird.

Zusätzlich werden bis zu 1000 l Sauerstoff produziert und das jeden Tag. Auf diese Weise wird der Tagesbedarf von sage und schreibe 26 Menschen gedeckt. Hier hört die Funktion des Baumes jedoch noch nicht auf, denn es können auch über 500 l Wasser dank der Blattoberfläche verdunsten und das entspricht in etwa 4 vollen Badewannen.

Färben sich die Blätter der Bäume am Ende des Herbstes in die wunderschönsten Farben, wird der Baumstoffwechsel heruntergefahren und das für die Fotosynthese so wichtige Chlorophyll zieht sich aus den Blättern zurück. Auf diese Weise will es sich vor dem nahenden Frost schützen und der im Blatt verbleibende Farbstoff sorgt dafür, dass es zum herrlichen Herbstfarbenspiel der Blätter kommt. Viele Nadelbäume hingegen bleiben in ihrem ursprünglichen Zustand und sorgen auch im Winter für den benötigten Sauerstoff.

 

Ohne Bäume können wir nicht atmen

Je nach Baumart kann eine unterschiedlich große Menge an Kohlendioxid aufgenommen werden. Zusätzlich spielt das Alter des Baumes, die Lichtintensität, sowie die Holzdichte des Baumes eine entscheidende Rolle, denn sie alle beeinflussen die Menge an Sauerstoff, die von einem einzelnen Baum produziert werden kann. Tatsächlich kann ein und derselbe Baum an einem bestimmten Ort weniger oder mehr Sauerstoff produzieren, als er das an einem anderen Ort tun würde und das nur aufgrund der Umgebungsbedingungen.
Das spielt jedoch kaum bis keine Rolle, denn alle Bäume sorgen dafür, dass wir genug Sauerstoff zum Atmen haben, dass schädliche Kohlendioxid, das aufgrund unseres Lebensstils entsteht aus der Luft gefiltert wird und auch Bakterien und Pilzsporen sich nicht ungehindert ausbreiten können.

Zudem haben Bäume dank ihrer großen Blätteroberfläche die Möglichkeit, sehr viel Feuchtigkeit verdampfen zu lassen und vor allem im Sommer die immer weiter steigende Luftfeuchtigkeit in den Städten zu reduzieren. Auf diese Weise schaffen es Bäume, die Temperaturen an heißen Sommermonaten erträglicher zu gestalten und das nicht nur weil sie sehr viel Schatten spenden. Das alles sind gute Gründe dafür, warum wir unseren Bäumen den benötigten Lebensraum lassen sollten und der Schutz der Umwelt stark davon abhängig ist, wie wir in Zukunft mit unseren Bäumen umgehen werden.